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Beispiel 2: Mit Ehrenamt zum neuen Kitagarten

Evangelische Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld

Die Evangelische Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld liegt im Land Brandenburg, westlich von Berlin und hat derzeit ca. 2.100 Gemeindeglieder. Schon seit rund 100 Jahren betreibt die Gemeinde eine eigene Kita - die „Evangelische Kindertagesstätte Arche“ für etwa 150 Kinder vom Krippen- bis zum Hortalter. Die Außenfläche der Kita vergrößerte sich und erforderte eine neue Gestaltung. Bei der Umsetzung konnten durch ehrenamtliches Engagement von Studenten der Landschaftsplanung und -gestaltung sowie Eltern und Großeltern von Kitakindern erhebliche Kosten eingespart werden. Hierzu wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

1. Planung

Zu Beginn der Planung sprach die Pfarrerin der Gemeinde einen Professor für Landschaftsplanung und -gestaltung in Erfurt an, ob sich dieser den Kindergarten anschauen und Vorschläge zur Neugestaltung machen könnte. Der Professor hatte daraufhin die Idee, zwei seiner Studenten mit dieser Aufgabe als Abschlussarbeit zu betrauen. Die Studenten reisten an, nahmen den Bestand auf und unterhielten sich mit den Erzieherinnen. Zuvor hatte die Gemeinde bei einem Fortbildungstag schon Ideen für eine Neugestaltung gesammelt. Die Fahrtkosten der Studenten übernahm der Kindergartenhaushalt.

Nach einem halben Jahr lagen der Gemeinde zwei Planungen mit allen erforderlichen Angaben vor. Ein Landschaftsplaner, Vater eines Kindergartenkindes, untersuchte die Pläne in Bezug auf ihre Machbarkeit und die Kosten. Daraufhin konnte die Gemeinde einen Antrag beim Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (VETK) stellen, um einen Zuschuss für geplante Spielgeräte zu erhalten.

2. Umsetzung

Zwei Mal im Jahr finden in der Kita Arche ehrenamtliche Arbeitseinsätze der Eltern statt. Diese nutzte nun der Kitavater für die Neugestaltung des Gartens. Er sortierte alle Aufgaben danach, welche in Eigenleistung erbracht werden könnten bzw. welche unbedingt durch Firmen ausgeführt werden müssten. Er stellte zudem den Bauantrag und übernahm die Bauaufsicht – alles ehrenamtlich.

Im Vorfeld des Arbeitseinsatzes wurde im Kindergarten eine Liste mit allen Tätigkeiten ausgehängt, inklusive der Tätigkeiten, die Firmen erledigen mussten. So meldete sich beispielsweise der Großvater eines Kindergartenkindes, ein Installateur von Wasserleitungen, um eine Leitung für einen Wasserspielplatz zu legen. Ein anderer Vater mit einem Gartenbetrieb brachte Beerensträucher, die die Eltern einpflanzten. Ein weiterer Vater prüfte das von der Stadt gepachtete Wäldchen auf die Tragfähigkeit der Bäume. Etwa 30 Eltern bereiteten den Garten vor. Es wurden Klettergerüste ausgegraben, Erde bewegt und Bäume umgepflanzt. Eine Firma schließlich schob einen Erdhügel an, pflasterte Rollerwege und stellte Spielgeräte auf. Dann erfolgte der nächste ehrenamtliche Elterneinsatz: Rasen mähen, Wasserspielplatz bauen, Tunnel begrünen, Büsche beschneiden und Spiele aufs Pflaster malen zählten dazu.

3. Ergebnis

Nach zwei Jahren war das Außengelände des Kindergartens fast völlig umgestaltet. Außer dem Zuschuss für die Spielgeräte erhielt die Gemeinde nur noch einen kleinen finanziellen Beitrag vom Förderverein der Kita Arche, der z. B. die Wasserpumpe finanzierte. Insgesamt entstanden für die komplette Gartengestaltung nur Sachkosten für Spielgeräte, Materialien und Firmenleistungen in Höhe von ca. 80.000 Euro. Dagegen fielen keine teuren Planungskosten an. Und auch der Aufwand von Firmen konnte durch ehrenamtlichen Einsatz verringert werden.

4. Danksagung

Zur Würdigung des ehrenamtlichen Engagements sprach die Gemeinde den Studenten, dem Landschaftsplaner und Kitavater und allen anderen Mitwirkenden in aller Öffentlichkeit, bei Sommerfesten und Familiengottesdiensten, ihren Dank aus. Den Vater schlug die Gemeinde zudem für den Bürgerpreis der Stadt Falkensee vor.

5. Resümee

Als Resümee aus der erfolgreichen Neugestaltung des Kitagartens ist sich die Gemeinde sicher: Nur wenn Projekte nachhaltig konzipiert sind, werden Ehrenamtliche nicht entmutigt und staunen auch noch nach Jahren über ihre Werke. Wie wichtig die Pflege des Ehrenamtes ist, zeigte sich im heißen Sommer 2018. Durch die Trockenheit wäre die Arbeit für den Kitagarten zu einem großen Teil vernichtet worden - wenn nicht der Hausmeister gewesen wäre, den sich die Kirchengemeinde mit einer 75%-Stelle leistet. Während der Schließzeit aber auch unentgeltlich an den Wochenenden und in Urlaubszeiten wässert und pflegt der Hausmeister alle Gärten und sorgt so dafür, dass sich Kinder, Eltern und Erzieher weiter an dem schönen Garten erfreuen können.

Letzte Änderung am: 10.12.2018